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Ein schlimmer (Gold)Finger

Na klar, es musste wieder ein Deutscher sein. 20 Jahre nach Ende des II. Weltkriegs und mitten im Kalten Krieg war die Besetzung von Bösewichtern in Spielfilmen mit Deutschen en vogue. So geschah es auch im dritten James-Bond-Film: Gerd Fröbe spielt Auric Goldfinger, nein, er ist Goldfinger. Feist, breit grinsend, unermesslich reich und mit dem üblichen bizarren Plan zur Welteroberung, ist der gebürtige Sachse ein typischer Vertreter aus der beliebten Reihe der Bond-Schurken.

 

Für ihn war Gold und Fort Knox einfach alles: Gert Fröbe als Goldfinger (Quelle: press photo)Auric Goldfinger plant nämlich mit Unterstützung der Chinesen (wie gesagt, der Kalte Krieg hinterließ seine Frostspuren auch in Hollywood) die Goldreserven in Ford Knox radioaktiv zu verseuchen, um den Wert seiner eigenen Bestände zu vervielfachen. Das bei Herrn Goldfinger alles zum Golde drängt, am Gold hängt, zeigt schon sein seltsamer Name: Auric (von lateinisch Gold, Aurum) Goldfinger stellt eine Tautologie dar, eine Dopplung sinn- und sachverwandter Begriffe. Die merkwürdige Namensgebung hat er übrigens mit Miss Moneypenny (Fräulein Geldpfennig), der Empfangsdame von Bonds Chef M., gemeinsam. Wenn er nicht gerade die Wachmannschaften von Ford Knox mit Giftgas angreifen oder James Bond mit einem Laserstrahl zersägen will, übt Goldfinger den ehrbaren Beruf des Juweliers aus. Ihm zur Seite steht Oddjob, ein schweigsamer Asiat mit der Figur eines Sumo-Ringers. Der Bodyguard erledigt Gegner am liebsten durch einen Wurf seines steifen Hutes, dessen Krempe offensichtlich metallverstärkt (Gold vielleicht??) ist.

 

Kann Gold tödlich sein?

Goldfinger selbst ist ebenfalls nicht zimperlich in der Wahl seiner Mittel: seine verräterische Sekretärin Jill Masterson überzieht er mit einer Goldschicht, die sie erstickt. So schillernd diese Tötungsmethode im wahrsten Sinne des Wortes ist, so unmöglich ist es, einen Menschen auf diese Art und Wiese umzubringen. Die Macher der Bondreihe gingen davon aus, dass der Organismus einen Großteil seines Sauerstoffs durch die Haut aufnimmt. In Wahrheit bewegt sich der Anteil bei ca. einem Prozent. Die goldige Jill hätte höchstens Probleme mit ihrem Wärmehaushalt bekommen können, da die Schweißproduktion durch die isolierende Schicht unterbrochen worden wäre.


Übrigens: 31 Jahre später, der Kalte Krieg war gerade Geschichte, spielte wieder ein Deutscher den Fiesling, Gottfried John den russischen General Arkady Grigorovich Ourumov. Der Name dieses James-Bond-Films: GoldenEye.
 

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Redakteur: PR


 

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