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Unter den Schienen liegt das Gold
Auf der künftigen ICE-Trasse zwischen Erfurt und der Grenze
zu Sachsen-Anhalt haben
Archäologen einen wertvollen Schwertgurtbeschlag aus der Karolingerzeit geborgen. Das Stück aus vergoldeter Bronze aus dem achten oder
beginnenden neunten Jahrhundert gehörte zum Wehrgehänge eines
hochgestellten Edelmannes. Der lebte zur Zeit Kaiser Karls des Großen, so das
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Berlstedt. Der mit
angedeuteten Tier- und Pflanzendarstellungen versehene "Goldfund" sei der erste derartige Fund in Thüringen.
Der Grund für diesen Fund liegt nahe: 35 Kilometer der neuen ICE-Trasse liegen auf alten Handelswegen wie der Via Regia und der Hohen Straße. Das waren damals Verkehrsadern, die vermutlich eine herausragende Rolle im Ost-West-Handel gespielt haben. Seit Anfang April 2009 graben daher etwa 60 Mitarbeiter in fünf Teams auf diversen alten und neuen Fundstellen, um noch mehr Gold und Bronze zu entdecken bzw. archäologisch zu sichern. Die Bahnarbeiten an der eigentlichen Trasse zwischen Erfurt und der Landesgrenze Sachsen-Anhalt können daher erst im Sommer 2009 starten. Inzwischen konnten bereits ein Menge archäologische Hinterlassenschaften von der Jungsteinzeit bis in die frühe Neuzeit vor der Zerstörung durch Bagger bewahrt werden.
Auch ohne Gold: archäologische Sicherung ist elementar
Begonnen hatte die archäologische Beweissicherung schon 2008. Nach der Winterpause bargen die Denkmalpfleger auch eine wertvolle Gewandschließe vom Ende des zweiten Jahrhunderts, die vermutlich im heutigen Belgien hergestellt wurde. Als besonders ergiebig erwies sich eine 6,5 ha große Fundstelle nördlich von Apolda. Untersucht wird dort ein Grabhügelfeld aus der Bronzezeit, das etwa 3000 Jahre alt ist. Die Experten fanden in den durch aufwendige Steinkonstruktionen geschützten Gräbern Teile von Trachten sowie Schmuck aus Bronze und Keramik.
Nördlich von Linderbach wurde ein umfangreiches Grabensystem entdeckt, das vermutlich zur mittelalterlichen Befestigungsanlage von Erfurt gehört hat. Dort stießen die Wissenschaftler auf das etwa 4000 Jahre alte Grab eines Mannes aus der Jungsteinzeit und entdeckten einen Feuerstein-Dolch und eine Streitaxt. Zwischen den Hügeln fand man zudem Brandgräber aus der frühen Eisenzeit (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) und der Römischen Kaiserzeit kurz nach Christi Geburt. Beim Aufspüren von Fundorten setzten die Archäologen erstmals auch mit Kameras bestückte Drohnen ein.



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