Ist Gold kaufen eigentlich dumm?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wollen wir zunächst einmal untersuchen, was das Wort „dumm“ eigentlich zu bedeuten hat. Umgangssprachlich wird Dummheit als unintelligent, als einfältig und wenig schlau bezeichnet – aber stimmt das auch? Eigentlich nicht. Meyers Konversations-Lexikon definiert Dummheit als das Unvermögen, aus Wahrgenommenem die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das hört sich doch schon ganz anders an und ist weniger negativ formuliert.

Zurück also zur Ausgangsfrage „Ist Gold kaufen dumm?“. Nein, es ist nicht dumm. Ich nehme deutlich wahr, dass Geld und Währungen kommen und gehen, kaum eine Währung übersteht auch nur wenige Jahre ohne deutlichen Kaufkraftverlust – es herrscht Inflation, also ein stetiger Kaufkraftverfall der Währung und des Geldes.

Geld ist nicht gleich Gold! (Quelle: L´or)

Wie könnte es auch anders sein? Wenn die Menge an umlaufendem Geld in Form von Scheinen und Krediten viel schneller wächst als die Produktivität der Wirtschaft (was tagtäglich und in dramatischem Ausmaß passiert), dann verliert das Geld zwangsläufig an Kaufkraft. Oder? Alles wird teurer, weil mehr Geld vorhanden ist. Fatal wäre die Reaktion, dass, weil alles teurer wird, halt mehr Geld in Umlauf gebracht würde. Zehn Betrunkene ergeben doch keinen Nüchternen. Und wird denn wirklich alles teurer? Wenn die Inflation die Kaufkraft des Geldes um die Hälfte reduziert hat, dann erscheint es logisch, dass alles doppelt so teuer wird. Tatsächlich hat sich dann doch gar nichts verändert.


Aber hat denn Geld überhaupt einen Wert? Sicher nicht, denn es handelt sich ja entweder um bedrucktes Papier oder – virtuell – um eine Zahl auf einem Bildschirm. Es hat einen Tauschwert; Geld kann in Ware oder Dienstleistung umgetauscht werden. Dieser pragmatische Vorgang lässt sich aus unserer modernen Wirtschaft nicht wegdenken.


Einen echten Wert hat es aber nicht. Das war nicht immer so. Früher, viel früher, als es die so genannten Goldwährungen noch gab, konnte man tatsächlich Geld in Gold tauschen – staatlich garantiert. Gold gedeckte Währungen waren in dem Sinne auch frei von Inflation, denn der Staat konnte nur so viel Geld ausgeben, wie er Gold besaß.


Nun kann ich auch heute das bedruckte Papier namens Geld gegen Gold, Silber oder Platin eintauschen, also kaufen – alle sehr werthaltige Rohstoffe. Ich könnte es auch in Grundstücke oder Diamanten investieren,  die ebenfalls viel werthaltiger als das Geld an sich sind. Ich nehme also wahr, dass Geld an sich keinen Wert hat und ziehe den Schluss, dass es sinnvoll ist, Geld in Gold (oder andere werthaltige Güter) einzutauschen, um es vor dem steten Kaufkraftverlust zu schützen. Gold kaufen ist also nicht dumm. Gold kaufen ist schlau.

 

Ist Gold gleich Geld?

Die ganz großen „Schlaumeier“ bewerten den Wert des Goldes mit der Summe an Geld, die aktuell für das Gold zu erzielen ist. Ist das zu Ende gedacht? Natürlich nicht. Die Geschichte spricht doch eine deutlich andere Sprache. Ist das Vertrauen der Bevölkerung in seine Landeswährung erschüttert, so gibt es als Lösung die rechtliche Möglichkeit einer Währungsreform (nicht zu verwechseln mit einer Währungsumstellung wie bei der Einführung des Euros). Dabei werden Guthaben weniger hoch bewertet als die Verbindlichkeiten, denn sonst ist eine Entschuldung des Staates bei seinen Bürgern ja nicht möglich. Eine solche Umstellung hat und wird das Gold immer ohne Wertverlust überstehen. Gold ist nicht durch Inflation bedroht, weil es nicht beliebig vermehrbar ist.

Nun wäre es dennoch nicht besonders schlau, sein ganzes Geld in Gold umzutauschen, denn das übliche Zahlungsmittel ist nun mal Geld. Und sicher würde der Bäcker morgen früh ziemlich dumm aus der Wäsche gucken, wenn Sie mit einem Barren Gold und einer Laubsäge bewaffnet im Laden stünden und die Brötchen bezahlen wollten. Daher ist es klug, einen gewissen Teil seines Vermögens „flüssig“ zu halten, also in Geld.

Ein weiterer Aspekt ist die Vermehrung des Vermögens. Diese Vermehrung wird mit Gold oder anderen werthaltigen Gütern nicht verlässlich funktionieren. Denn Vermehrung eines Vermögens bedingt eine Produktivität und ein Risiko. Oder fleißige Arbeit. Also sollte ein Teil des Vermögens dafür verwendet werden, sein Vermögen zu mehren.

Fazit: Gold kaufen ist nicht dumm, es ist schlau. Aber in Maßen. Der Königsweg scheint mir die Aufteilung seines Vermögens in Bargeld, Risiko und Versicherung in Form von Wertanlagen zu sein. Zu welchen Teilen man das tun sollte hängt sicherlich von den persönlichen Umständen ab.

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Beitrag von Goldreporter "Welfenschlingel"
Redakteur: TMR

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