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Der goldene Schnitt

Künstlerische Gegebenheiten lassen sich eigentlich nur schwer einer strengen mathematischen Konzeption unterordnen. Und trotzdem wurde und wird es mit dem Prinzip des "Goldenen Schnitt" versucht. Das Wissen um dieses berühmte Längen-/Seiten-Verhältnis war schon in der Antike bekannt und wurde in der Kunst der Renaissance neu aufgegriffen. Berühmte Maler wie Raffael und Tizian haben sich zwar eingehend mit dem Goldenen Schnitt auseinandergesetzt. Reale Bedeutung hat der Goldene Schnitt bei Bildern allerdings nie erlangt und blieb letztlich ein Exot.

 

Gold ist der Schnitt, antik die Herkunft... (Quelle: Wikimedia Commons)Die Erklärung ist einfach, aber doch ein wenig verwirrend – und man muss es sich eher bildlich verdeutlichen: Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren. Frühe Hinweise auf die vermutlich unbewusste Verwendung dieses Verhältnisses stammen aus der Architektur.Viele Werke der griechischen Antike werden als Beispiele für die Verwendung des Goldenen Schnittes angesehen – wie beispielsweise die Vorderfront des Parthenon-Tempels auf der Athener Akropolis.

 

Auch das Universal-Lexikon Wikipedia weiß dazu noch ein paar spannende Fakten zu liefern: "Ein Beispiel für die bewusste Umsetzung des Goldenen Schnitts ist das Alte Rathaus in Leipzig, ein Renaissancebau aus den Jahren 1556/57. Der aus der Mittelachse gerückte Rathausturm galt als architektonische Avantgardeleistung der damaligen Zeit und stand mit dem dadurch verursachten Wirbel und Aufruhr für das städtische Selbstbewusstsein der Stadt. Auch dem Stadtgrundriss des nordhessischen Bad Arolsen liegt der Goldene Schnitt zugrunde. Er erstreckt sich vom Schloss über die gesamte, geplante Barockstadt.".

 

Das spektakulärste Beispiel für die Realisierung des Goldenen Schnitts findet man in der Natur bei der Anordnung von Blättern und Blütenständen einiger Pflanzen. Hier teilt der Winkel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Blättern den Vollkreis von 360° im Verhältnis des Goldenen Schnittes, es handelt sich um den Goldenen Winkel von etwa 137,5°. Beispiele sind die Sonnenblume, Kohlarten, Kiefernnadel an jungen Ästen, Zapfen, Agaven, viele Palmen- und Yuccaarten und die Blütenblätter der Rose...
 

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Redakteur: TMR


 

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