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Lebendes Gold: Bakterien erzeugen Nuggets
Wie die Zeitschrift Science erst vor wenigen Jahren berichtete, sorgt ein Biofilm aus Mikroben dafür, dass winzige Goldpartikel zu Nuggets heranwachsen. Mikroben nehmen das Edelmetall aus der Erde auf und lagern es Schicht um Schicht auf winzigen Körnchen ab, so haben australische Wissenschaftler damals entdeckt. Sicher, das Gold steckt im Gestein, es kommt aber auch in feinsten Körnchen im Boden vor.
Die Australier vermuten, dass Bakterien mit einem Faible für Edelmetall diese Körnchen bilden und vergrößern, obwohl Goldlösungen hochtoxisch für Mikroorganismen sind. Diese ungewöhnliche Theorie vertritt zumindest Frank Reith, Geomikrobiologe von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation im australischen Adelaide. Die bekannten Goldnuggets könnten ihre Entstehung besonderen Bakterien verdanken, schreibt er im Magazin "Science" (Band 313, Seite 233, 2006). Die Mikroben nehmen das edle Metall aus der Erde auf und lagern es Schicht um Schicht auf zunächst winzigen Körnchen ab.
Vom Korn zum Goldbarren – ein weiter Weg
Reith und seine Kollegen aus Adelaide untersuchten damals kleine und kleinste Goldkörnchen, die sie in zwei 3.400 Kilometer voneinander entfernten Goldminen in Australien gefunden hatten. Der Grund: an beiden Orten wandert Gold aus dem Fels des Untergrunds in die darüber liegende Erdschicht.
Frank Reith vermutet, dass bei der Bildung von Nuggets, die an vielen Orten auf der Welt gefunden wurden, Bakterien eine maßgebliche Rolle spielen. „Ich behaupte zwar nicht, dass alle Körner auf Mikroorganismen zurückgehen“, so Reith. „Aber die Mikroben könnten dazu beitragen, dass aus winzigen Partikeln des Edelmetalls größere Goldkörnchen entstehen.“
Die Ergebnisse haben große Bedeutung auch für die industrielle Goldgewinnung. Bisherige Modelle der Goldsuche berücksichtigen die Rolle der Mikroorganismen noch nicht – und nutzen sie folglich nicht für die Ausbeutung von Erzvorkommen. „Jetzt, wo wir Bakterien entdeckt haben, die Gold aus einer Lösung ausfällen können, könnten sich auch neue Möglichkeiten für das Bioprozessing von Golderzen auftuen“, so Reith optimistisch.
Bis aus der Mikrobe allerdings ein Goldbarren wird, ist in jedem Fall ein langer und mühsamer Weg.



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